Klesch Group übernimmt stillgelegte BP-Raffinerie in Gelsenkirchen bis 2026
Jolanta MeyerKlesch Group übernimmt stillgelegte BP-Raffinerie in Gelsenkirchen bis 2026
Die Klesch Group hat sich mit BP auf den Kauf der Raffinerie in Gelsenkirchen geeinigt, einem der bedeutendsten Industriestandorte Deutschlands. Der Deal soll voraussichtlich Mitte 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen. Die einst wichtige petrochemische Drehscheibe liegt seit der Einstellung des Betriebs durch BP im Jahr 2016 still.
Die Raffinerie in Gelsenkirchen zählte einst zu den größten integrierten Raffinerie- und Petrochemiekomplexen Europas. Auf ihrem Höhepunkt verarbeitete sie jährlich rund 12 Millionen Tonnen Rohöl. Zudem war sie der zweitgrößte Ethylenproduzent Deutschlands und lieferte essenzielle Grundstoffe für die chemische Industrie.
Vor der Schließung beschäftigte das Werk etwa 2.300 Mitarbeiter. BP stellte die Produktion 2016 ein und beendete damit seine Rolle in der Kraftstoff- und Chemikalienherstellung. Seither steht der Standort leer.
Die Klesch Group, ein 1990 gegründetes Unternehmen, betreibt derzeit Raffinerien in Deutschland und Dänemark. Mit rund 1.000 Mitarbeitern hat sie für diese Übernahme die Rechtsberatung der Kanzlei Clifford Chance hinzugezogen. Der Kauf könnte eine Wiederbelebung des lange brachen Gelsenkirchener Standorts einläuten.
Die Transaktion soll im zweiten Quartal 2026 finalisiert werden. Bei einer Genehmigung könnte der Betrieb an einem Standort wiederaufgenommen werden, der einst eine zentrale Rolle in der deutschen Chemieindustrie spielte. Die Zukunft der Raffinerie hängt von regulatorischen Entscheidungen und den Investitionsplänen der Klesch Group ab.






