Kushners Luxusressort in Albanien bedroht Europas ersten Wildfluss-Nationalpark
Jolanta MeyerKushners Luxusressort in Albanien bedroht Europas ersten Wildfluss-Nationalpark
Jared Kushners Unternehmen hat in Albanien einen Sonderstatus erhalten, um auf einer geschützten Insel ein Luxusressort zu entwickeln. Das Projekt hat Proteste bei der lokalen Bevölkerung ausgelöst, die sich Sorgen um die Umweltauswirkungen macht. Das Vjosa-Narta-Delta, wo das Resort entstehen soll, ist ein Hotspot der Artenvielfalt und Europas erster Wildfluss-Nationalpark.
Albaniens Ministerpräsident Edi Rama verlieh Kushners Firma den Status eines „strategischen Investors“, wodurch sie Umweltprüfungen umgehen kann. Dieser Schritt stößt auf Kritik, da die Region seltene Flamingos, Pelikane und Schildkrötenbrutstätten beherbergt. Demonstranten sind bereits auf die Straße gegangen und haben mit rosafarbenen Flamingo-Ausschnitten gegen den Bau protestiert.
Kushner, der Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, ist vor allem für die Vermittlung der Abraham-Abkommen bekannt, die die Beziehungen zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten normalisierten. Albanien, NATO-Mitglied und EU-Beitrittskandidat, sieht sich trotz seiner strategischen Lage auf dem Balkan mit Vorwürfen der EU wegen Korruption und schwacher Rechtsstaatlichkeit konfrontiert.
Das Land ist zudem Zufluchtsort für Tausende Mitglieder der Mujahedin-e Chalq (MEK), einer iranischen Exilgruppe, geworden. Rama hat die MEK öffentlich unterstützt und dem Iran vorgeworfen, Proteste in Albanien zu schüren.
Das Resort-Projekt schreitet unter umstrittenen Umständen voran. Es gefährdet ein einzigartiges Ökosystem und wirft Fragen zur Transparenz in Albanien auf. Die Entscheidung der Regierung, das Vorhaben im Eiltempo voranzutreiben, hat die Kritik an ihren umweltpolitischen und politischen Entscheidungen weiter verschärft.






