25 March 2026, 14:20

Milliardenschaden durch Lohnbetrug: Großrazzia erschüttert Transportbranche in NRW

Plakat mit der Aufschrift "Operation Double Trouble: US-Geldkurier" zeigt eine Karte der USA, die in zwei Abschnitte unterteilt ist, einen für die Routen der Geldkurier und einen für die Standorte der Geldtransporter, mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Rand.

Milliardenschaden durch Lohnbetrug: Großrazzia erschüttert Transportbranche in NRW

Großrazzia gegen Lohnbetrug im deutschen Transportsektor

In Deutschland hat es eine großangelegte Razzia gegen Arbeitsbetrug im Transportgewerbe gegeben. Am 24. März 2026 durchsuchten Behörden an mehreren Standorten in Nordrhein-Westfalen die Räumlichkeiten eines Logistik-Unterauftragnehmers, dem vorgeworfen wird, eine organisierte kriminelle Vereinigung zu betreiben. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung und systematischer Sozialversicherungsbetrug – Delikte, die dem Staat in den vergangenen Jahren Schaden in Höhe von über einer Milliarde Euro zugefügt haben.

An der Aktion waren 37 Durchsuchungsbefehle beteiligt, vor allem im Ruhrgebiet. Hundertschaftlich im Einsatz waren Beamte des Landesamts zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (LBF NRW), der Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (ZeFin NRW), der Bundespolizei sowie einer Sondereinheit des Zolls. Drei Haftbefehle wurden gegen einen 39-jährigen Hauptverdächtigen, einen 29-jährigen Mann und eine 26-jährige Frau vollstreckt.

Bei den Durchsuchungen beschlagnahmten die Ermittler 174.000 Euro in bar, sechs elektrische Lastenräder sowie umfangreiches Beweismaterial aus Dokumenten und Datenträgern. Die Auswertung dieser Unterlagen läuft derzeit, um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden.

Dem Subunternehmer wird vorgeworfen, Kurierfahrer in bar bezahlt zu haben, ohne dabei Sozialabgaben abzuführen. Der Fall steht exemplarisch für ein weitverbreitetes Betrugsmuster in der Logistikbranche, insbesondere bei osteuropäischen Subunternehmern. Frühere Ermittlungen – wie etwa der 2024 aufgedeckte Steuerbetrug in Bayern in Höhe von zehn Millionen Euro oder eine Aktion 2023 in Nordrhein-Westfalen gegen ein polnisches Netzwerk mit über 200 Fahrern – unterstreichen das Ausmaß des Problems.

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Die Razzia ist ein weiterer Schritt im Kampf Deutschlands gegen illegale Beschäftigung im Transport- und Logistiksektor. Angesichts von jährlichen Verlusten in Milliardenhöhe gehen die Behörden weiterhin gegen organisierten Betrug in der Branche vor. Die beschlagnahmten Beweise werden nun zeigen, ob weitere Anklagen folgen.

Quelle