Neues Solar-Spitzenlast-Gesetz soll Stromnetze entlasten und Milliarden sparen
Andree TrubinNeues Solar-Spitzenlast-Gesetz soll Stromnetze entlasten und Milliarden sparen
Deutschland führt ein neues „Solar-Spitzenlast-Gesetz“ ein, um die Anbindung erneuerbarer Energien an das Stromnetz zu verbessern. Das Gesetz fördert gemeinsame Netzzugangspunkte für Solar-, Windenergie- und Batteriespeicher. Damit soll der wachsende Druck auf die Netzbetreiber durch die steigende Zahl an Anschlussbegehren für erneuerbare Energien gemindert werden.
Aktuell sehen sich Netzbetreiber mit einer stark steigenden Nachfrage nach neuen Stromleitungen konfrontiert, da immer mehr Erneuerbare-Energien-Anlagen ans Netz gehen. Die bisherige Praxis, Anlagen anhand ihrer nominalen Spitzenleistung anzuschließen, führt oft zu einer ineffizienten Auslastung der Netzkapazitäten. Das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) an der Universität zu Köln warnt, dass der Ausbau der Verteilnetze bis 2045 rund 350 Milliarden Euro erfordern werde – vor allem wegen der Einspeisung erneuerbarer Energien.
Das EWI schlägt vor, Netzanschlüsse durch gemeinsame Zugangspunkte für mehrere Energiequellen zu optimieren. Werden Solar- und Windanlagen an einzelnen Netzknoten gebündelt, ließen sich jährlich bis zu 1,8 Milliarden Euro an Ausbaukosten einsparen. Geteilte Anschlüsse würden zudem die durchschnittliche Netzauslastung erhöhen und den Bedarf an Abregelungen verringern.
Zwar könnte dieser Ansatz die Abregelung erneuerbarer Energien erhöhen, doch würde er insgesamt eine Netto-Effizienzsteigerung von 800 Millionen Euro pro Jahr bringen. Das Institut betont zudem, dass neue Geschäftsmodelle nötig seien, um Batteriespeicherlösungen zu finanzieren, die Energieverluste minimieren.
Das neue Gesetz und die Vorschläge des EWI zielen darauf ab, Netzanschlüsse effizienter zu gestalten. Gemeinsame Zugangspunkte könnten Kosten senken und die Auslastung verbessern. Diese Maßnahmen würden helfen, die wachsende Nachfrage nach erneuerbaren Energien zu bewältigen und gleichzeitig die finanzielle sowie betriebliche Belastung der Netze zu verringern.
