RWE plant Flutung des Hambacher Lochs – doch die Kritik an Wasserqualität und Folgen wächst
Andree TrubinRWE plant Flutung des Hambacher Lochs – doch die Kritik an Wasserqualität und Folgen wächst
RWE treibt die Pläne voran, das Braunkohletagebaugebiet Hambach ab 2030 mit Rheinwasser zu fluten. Das Unternehmen hat wichtige Genehmigungen für die Wasserentnahme und den Bau einer Pipeline erhalten, doch die endgültige Einleitungsgenehmigung steht noch aus. Kritiker äußern jedoch Bedenken hinsichtlich der Wasserqualität und der langfristigen Folgen für die Region.
Das Vorhaben umfasst den Bau einer 45 Kilometer langen Pipeline aus zehntausend massiven Rohren, von denen jedes bis zu 2,2 Meter breit ist. Dieses System soll Rheinwasser in den Tagebau Hambach leiten, wo die Flutung 2030 beginnen soll. Der Tagebau Garzweiler folgt 2036, während das kleinere Abbaugebiet Inden ab demselben Jahr Wasser aus der Rur erhalten wird.
Die Bezirksregierung Arnsberg erteilte im Januar 2026 die Baugenehmigung für die Pipeline, doch die endgültige Erlaubnis zur Einleitung von Wasser in Hambach wird noch geprüft. Eine Entscheidung wird für den Herbst 2026 erwartet. Die notwendigen wasserrechtlichen Genehmigungen für das Leitungsnetz nach Hambach und Garzweiler liegen bereits vor.
Umweltverbände wie der BUND und die Initiative Alle Dörfer bleiben stellen die Sicherheit des Plans infrage. Sie verweisen auf Risiken durch Schadstoffe wie PFAS, die auch als "Ewigkeitschemikalien" bekannt sind. Der lokale Kritiker Andreas Büttgen wirft RWE vor, es fehle an verbindlichen Zusagen für die Zukunft der Region. Er fordert strengere Reinigungs- und Überwachungsstandards, bevor Wasser umgeleitet wird.
Unterdessen könnte Microsofts neues Hyperscale-Rechenzentrum in der Region die Wasserressourcen zusätzlich belasten. Die Anlage könnte die Knappheit verschärfen, während die Region versucht, industrielle Anforderungen mit ökologischer Renaturierung in Einklang zu bringen.
Bei einer Genehmigung entstehen durch die Flutung neue Seen, Lebensräume und potenzielle Arbeitsplätze im Tourismus. Der Erfolg des Projekts hängt jedoch davon ab, die Wasserqualitätsprobleme zu lösen und langfristige Umweltverpflichtungen zu sichern. Die Entscheidung über die endgültige Einleitungsgenehmigung 2026 wird zeigen, ob der Plan wie vorgesehen umgesetzt wird.






