21 April 2026, 04:26

Skandal im Märkischen Kreis: Tierschutzverstöße in Schweinezucht aufgedeckt

Plakat mit dem Titel "Geschichten vom Hof" zeigt ein Schwein, eine Schweinchenbank, verschiedene Tierillustrationen, ein Kreisdiagramm und Text auf einem weißen Hintergrund.

Skandal im Märkischen Kreis: Tierschutzverstöße in Schweinezucht aufgedeckt

Schweinemastbetrieb im Märkischen Kreis: Schwere Verstöße gegen den Tierschutz aufgedeckt

Ein Schweinezuchtbetrieb im Märkischen Kreis (Nordrhein-Westfalen) ist wegen gravierender Verstöße gegen das Tierschutzrecht in die Kritik geraten. Verdeckt aufgenommene Videoaufnahmen zeigen verletzte Schweine, tote Ferkel und heruntergekommene Stallanlagen – die Behörden und Branchenaufseher reagierten umgehend mit Konsequenzen.

Die Tierrechtsorganisation Aninova hatte die erschütternden Zustände auf dem Betrieb erstmals dokumentiert. Die Aufnahmen belegen vernachlässigte Tiere und mangelnde Hygiene in den Ställen. Die Aktivisten alarmierten daraufhin die zuständigen Stellen und erstatteten Strafanzeige gegen den Sauenhalter.

Das QS-Prüfsystem führte am 14. Oktober eine Sonderprüfung durch, nachdem die Vorwürfe bekannt geworden waren. Die Kontrolleure entdeckten tote Tiere und inakzeptable Haltungsbedingungen, woraufhin der Betrieb umgehend aus dem Zertifizierungssystem ausgeschlossen wurde. Zudem setzte QS den ursprünglich zuständigen Prüfer vorläufig aus – mit Verweis auf Bedenken hinsichtlich dessen Neutralität.

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Auch die örtliche Veterinärbehörde nahm den Betrieb unter die Lupe und bestätigte mehrfachen Verstöße gegen Tierschutz- und Hygienevorschriften. Spätere Berichte zeigten, dass der Hof bereits bei früheren Kontrollen durchgefallen war.

Der Betreiber des Hofs bekleidet zugleich eine führende Position als Geschäftsführer des Rheinisch-Nassauischen Land- und Winzerverbandes. Auf Nachfrage gab ein Verbandssprecher an, von dem Betrieb nichts zu wissen, und lehnte Stellungnahmen zu Personalangelegenheiten ab. Aninova kritisierte diese Doppelfunktion scharf: Der Landwirt trete öffentlich als Fürsprecher der Branche auf, während auf seinem eigenen Hof solche Missstände herrschten.

Dem Betrieb drohen nun strafrechtliche Konsequenzen, zudem verlor er seine QS-Zertifizierung. Der zuständige Prüfer wurde vorläufig suspendiert, während das Veterinäramt die Tierschutzverstöße weiter aufklärt. Der Fall wirft Fragen nach der Kontrolldichte in der Branche auf – und nach der Verantwortung von Funktionsträgern in Führungspositionen.

Quelle