Solingen streitet über geplante Pflicht-Sprachkurse für Kinder vor der Einschulung
Andree TrubinSolingen streitet über geplante Pflicht-Sprachkurse für Kinder vor der Einschulung
Neues Landesprogramm: Pflicht-Sprachförderkurse in NRW sorgen in Solingen für Diskussionen
Ab dem Schuljahr 2028/29 sollen Kinder mit geringen Deutschkenntnissen in Nordrhein-Westfalen vor der Einschulung zweimal wöchentlich zusätzliche Sprachkurse besuchen. Die geplante Einführung der sogenannten ABC-Klassen stößt in Solingen jedoch auf Skepsis – lokale Politiker zweifeln, ob das Vorhaben wie vorgesehen funktionieren wird.
Die Landesregierung hatte das Programm im Januar 2026 angekündigt, der offizielle Gesetzesentwurf folgte im März. Demnach sollen Grundschulen im Jahr vor der Einschulung zweistündige Förderangebote – zweimal pro Woche – für Kinder mit Sprachbedarf anbieten.
In Solingen melden sowohl CDU- als auch Grünen-Politiker Bedenken an. Simone Lammert (CDU) warnt, die ABC-Klassen könnten ein "Parallelsystem" schaffen, statt die bestehende Sprachförderung in Kitas zu stärken. Maja Wehrmann (Grüne) gibt zu bedenken, dass die Kinder durch die Herausnahme aus ihrem gewohnten Tagesablauf in ihrer Entwicklung gebremst und möglicherweise stigmatisiert werden könnten.
Jessica Schliewe (Grüne) unterstützt diese Kritik und betont, dass die Entnahme der Kinder aus den Kitas bewährte Strukturen der Sprachförderung untergraben könnte. Beide Parteien sind sich einig: Sprachförderung sollte in den Alltag integriert werden, statt in separaten Kursen stattzufinden. Zudem herrsche Unklarheit, wie das ABC-Modell mit den bestehenden Systemen verzahnt werden solle – was die Planung vor Ort erschwere.
Politiker beider Parteien fordern nun eine bessere Abstimmung zwischen Land und Kommunen. Der Entwurf müsse überarbeitet werden, um eine inklusive und praxistaugliche Sprachförderung zu gewährleisten.
Ziel der ABC-Klassen ist es, die Deutschkenntnisse der Kinder vor Schulbeginn zu verbessern. Doch in Solingen überwiegen die Sorgen: Die Sorge, dass das Programm die etablierte Kita-Förderung beeinträchtigt und den Tagesrhythmus der Kinder durcheinanderbringt, bleibt. Ohne klarere Integrationskonzepte befürchten lokale Verantwortliche, dass die Maßnahme mehr Probleme schafft, als sie löst.






