Strack-Zimmermann will FDP mit Führungstandem aus der Krise führen
Die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat signalisiert, dass sie bereit ist, als Teil eines Führungstandems für den Parteivorsitz zu kandidieren. Der Vorschlag kommt nach dem enttäuschenden Abschneiden der Partei bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026, wo ihr Stimmenanteil auf 4,4 Prozent sank – ein Rückgang um 6,1 Punkte im Vergleich zu 10,5 Prozent im Jahr 2021. Sie sieht in einer doppelten Spitze eine Möglichkeit, Vertrauen zurückzugewinnen und die Attraktivität der Partei zu verbreitern.
Erstmals hatte Strack-Zimmermann nach der Wahl in Baden-Württemberg mit Wolfgang Kubicki über eine gemeinsame Kandidatur gesprochen. Sie bezeichnete ihn als erfahrenen Politiker, der – ähnlich wie sie selbst – offen seine Meinung äußere. Kubicki lehnte das Angebot jedoch ab.
Dennoch bleibt sie überzeugt, dass eine Partnerschaft mit Kubicki unterschiedliche Wählergruppen ansprechen könnte. Gerüchte über persönliche Spannungen zwischen beiden wies sie zurück und betonte, sie könnten gut zusammenarbeiten.
Als weiteren möglichen Partner nannte sie den FDP-Vizevorsitzenden Henning Höne. Trotz seines vergleichsweise jungen Alters lobte sie seine politische Erfahrung und argumentierte, dass seine Generation die Zukunft der Partei prägen werde. Eine Zusammenarbeit mit Höne, so Strack-Zimmermann, ergäbe strategisch Sinn – besonders vor dem Hintergrund der jüngsten Schwierigkeiten der FDP, das Vertrauen der Wähler zu halten.
Das Ergebnis in Baden-Württemberg markiert den stärksten Rückgang der Partei seit Jahren: ein Verlust von über sechs Prozentpunkten. Ähnliche Trends zeigen sich in anderen Bundesländern, etwa in Bayern (rund 3 Prozent im Jahr 2023) oder Niedersachsen (4,7 Prozent 2022), doch nirgends war der Einbruch so deutlich wie bei dieser Wahl.
Strack-Zimmermanns Vorstöße spiegeln den Versuch wider, die FDP nach schweren Wahlniederlagen zu stabilisieren. Ob mit Kubicki oder Höne an ihrer Seite – ihr Ziel ist es, die Partei wieder auf Kurs zu bringen. Die anstehende Entscheidung über die Parteiführung wird voraussichtlich die Weichen für die kommenden Jahre stellen.






