Suchthilfe in Deutschland kämpft um Finanzierung – Diakonie warnt vor Kollaps
Andree TrubinSuchthilfe in Deutschland kämpft um Finanzierung – Diakonie warnt vor Kollaps
Suchthilfe in Deutschland steht unter wachsendem Finanzdruck
Drei Viertel der öffentlich geförderten Beratungsstellen in Deutschland kämpfen 2024 mit der Kostendeckung – die Suchthilfe steckt in einer tiefen Krise. Der Diakonieverband Mönchengladbach, seit 1975 ein etablierter Träger, fordert nun nachhaltige Finanzierung, um diese unverzichtbaren Angebote zu sichern.
Die Einrichtung betreibt ihre Suchtberatungsstelle in der Mittelstraße 12 in Rheydt. Hier erhalten Betroffene Unterstützung bei Problemen mit Alkohol, Medikamenten oder exzessiver Nutzung digitaler Medien. Allein im vergangenen Jahr wandten sich 918 Menschen an den Dienst der Diakonie.
In den Beratungen geht es darum, das eigene Konsumverhalten zu reflektieren und Abhängigkeitsrisiken einzuschätzen. Eine offene Informations- und Motivationsgruppe bietet einen geschützten Rahmen für erste Schritte zur Veränderung. Die Fachkräfte helfen zudem bei der Vermittlung in Therapien und weitere Hilfsangebote, um Krisen vorzubeugen und Folgeschäden zu verringern.
Doch die Arbeit der Beratungsstellen wirkt weit über den Einzelfall hinaus: Sie leistet einen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge, Kriminalitätsprävention, Bildungsstabilität und sozialen Teilhabe. Trotz dieser gesellschaftlichen Relevanz gefährden Finanzlücken jedoch die Zukunft vieler Einrichtungen.
Der Diakonieverband appelliert an die Politik, die Suchtberatung als zentralen Bestandteil von Gesundheits- und Sozialpolitik anzuerkennen. Ohne ausreichende und langfristige Förderung drohe, so die Warnung, die lebenswichtige Unterstützung für Hunderte Betroffene wegzubrechen. Der Aufruf kommt zu einer Zeit, in der sich die finanzielle Not in der gesamten Beratungslandschaft Deutschlands weiter verschärft.






