Warendorfs Stadtrat behält umstrittene Straßennamen trotz NS-Vergangenheit bei
Andree TrubinWarendorfs Stadtrat behält umstrittene Straßennamen trotz NS-Vergangenheit bei
Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, drei Straßennamen beizubehalten, die aufgrund historischer Bezüge auf mögliche Änderungen überprüft worden waren. Die Entscheidung folgt einer Empfehlung eines Bürgergremiums, das eine Umbenennung der Straßen wegen ihrer Verbindungen zur NS-Zeit vorgeschlagen hatte. Der Rat stimmte jedoch gegen den Vorschlag und berief sich dabei auf Haushaltszwänge und die lokale Meinung.
Die betroffenen Straßen – Wagenfeldstraße, Agnes-Miegel-Weg und Heinrich-Tenhumberg-Straße – werden ihre bisherigen Namen behalten. Auch eine Tafel mit einem Zitat der Schriftstellerin Agnes Miegel am Rathaus bleibt erhalten. Die Mehrheitskoalition im Rat, geführt von der Christlich Demokratischen Union (CDU) und der Freien Wählergemeinschaft (FWG), argumentierte, dass die Ersetzung der Straßenschilder rund 5.700 Euro kosten würde – eine Summe, die als unnötig erachtet wurde.
Kritiker der Entscheidung, darunter Reinhold Schoppmann vom Bürgerbündnis, äußerten Enttäuschung. Ratsmitglied André Wenning verteidigte die Abstimmung mit dem Hinweis, dass die Ansichten der Anwohner höher zu gewichten seien. Alternative Vorschläge, wie etwa die Anbringung eines Zitats des Warendorfer Autors Paul Schallück zur historischen Einordnung, wurden ohne weitere Prüfung verworfen.
Mit der Ablehnung des Antrags bleiben die Straßennamen unverändert. Zwar hatte eine Bürgerkommission diese Straßen zuvor als problematisch eingestuft, doch liegen keine offiziellen Zahlen zu ähnlichen Fällen in Warendorf vor.
Die Stadt spart sich damit die Ausgaben von 5.700 Euro für neue Schilder, und die drei Straßen behalten ihre Namen. Die Entscheidung spiegelt wider, dass der Rat finanzielle und lokale Belange höher gewichtet als eine historische Aufarbeitung. Weitere Überprüfungen der Straßennamen sind derzeit nicht geplant.






