27 March 2026, 14:26

Warum das schwindende Vertrauen in Institutionen Populisten wie der AfD nützt

Zeitung mit gelbem, zerknittertem Papier, schwarzer Tinte und der ├ťberschrift "Semanario Rep├║blicano Democr├ítico Federal" mit dem Wort "Diskussion".

Warum das schwindende Vertrauen in Institutionen Populisten wie der AfD nützt

Ein neues Buch des Soziologen Aladin El-Mafaalani untersucht, warum das Vertrauen in zentrale Institutionen bröckelt. In "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie Skepsis gegenüber Gerichten, Wissenschaft, Medien und staatlichen Einrichtungen den Aufstieg populistischer Bewegungen befeuert. Seine Forschung wirft ein Licht auf den wachsenden Einfluss von Parteien wie der Alternative für Deutschland (AfD) oder Figuren wie Donald Trump.

El-Mafaalanis Analyse zeigt: Misstrauische Menschen schließen sich zunehmend mit Gleichgesinnten zusammen, die ihre Zweifel teilen. Diese Gruppen – von ihm als "Gemeinschaften des Misstrauens" bezeichnet – lehnen liberale Demokratie immer häufiger ab. Stattdessen setzen sie ihr Vertrauen in Parteien, die ihre Ablehnung gegenüber etablierten Systemen spiegeln.

Populistische Strategen schüren dieses Misstrauen gezielt, indem sie das Vertrauen in Institutionen untergraben. Digitale Plattformen ermöglichen es gleichgesinnten Skeptikern heute leichter denn je, sich zu vernetzen und zu organisieren. Diese Dynamik hat der AfD geholfen, sich von einer randständigen EU-skeptischen Gruppierung 2013 zu einer bedeutenden politischen Kraft zu wandeln.

Der Wandel der Partei von wirtschaftskritischen Positionen zu einer harten Anti-Migrationslinie begann während der Flüchtlingskrise 2015. Zwar verlor sie einige Mitglieder, doch ihre Wählerbasis wuchs rasant: von 4,7 Prozent 2013 auf das Doppelte des Ergebnisses von 2021 bei der Bundestagswahl 2025. Heute inszenieren sich die Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla als "Bürgerbewegung", die gegen "undemokratische Willkür" kämpft. Zu ihrer Strategie gehören Angriffe auf die Glaubwürdigkeit der Medien und die Ablehnung von Politiken wie der Energiewende.

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El-Mafaalani warnt jedoch: Allein die Bloßstellung der Inkompetenz der AfD werde das demokratische Vertrauen nicht wiederherstellen. Seine Arbeit deutet darauf hin, dass alternative Ansätze nötig sind, um den Rechtspopulismus wirksam zu bekämpfen. Peter Unfried, Chefredakteur des Magazins "FUTURZWEI", fragt, welche konkreten Schritte sich aus diesen Erkenntnissen ableiten ließen.

Der Aufstieg der AfD spiegelt tiefgreifendere Veränderungen wider, wie Menschen Demokratie heute wahrnehmen. Indem sie sich als Außenseiterin positioniert, profitiert die Partei vom schwindenden Institutionenvertrauen. El-Mafaalanis Forschung unterstreicht: Notwendig sind nicht nur Kritik an Populisten, sondern neue Strategien, um das Vertrauen in demokratische Systeme zurückzugewinnen.

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