Wiesbaden wird zur Bühne: Das Staatstheater bricht alle Grenzen auf
Andree TrubinWiesbaden wird zur Bühne: Das Staatstheater bricht alle Grenzen auf
Das Hessische Staatstheater Wiesbaden startet mit einer provokanten Frage in die Spielzeit 2026/2027: Wem gehört die Stadt? Diesmal bricht das Programm die Grenzen zwischen Künstlern und Publikum auf – Straßen, Plätze und sogar historische Gebäude werden zur Bühne. Mit groß angelegten Inszenierungen und überraschenden Auftritten will das Theater Menschen erreichen, die sonst nie einen traditionellen Spielort betreten würden.
Den Auftakt macht Carl Orffs Carmina Burana mit über 200 Mitwirkenden. Doch der eigentliche Wandel zeigt sich in Projekten wie der Sinfonie für 100 Bürger:innen, bei der normale Wiesbadener:innen im Mittelpunkt stehen – und damit neu definieren, wer auftritt und wer zuschaut. Ein weiteres Highlight ist Metropolis Wiesbaden, ein experimentelles Format, das Schauspieler:innen und Musiker:innen in die Stadt schickt, um mit Passant:innen in unvorhergesehenen Momenten zu interagieren.
Geplant sind auch "Opern-Flashmobs" – plötzliche, unerwartete Aufführungen an alltäglichen Orten. Gleichzeitig setzt das Hessische Staatsballett stark auf zeitgenössische Werke und löst sich vom klassischen Repertoire. Selbst die Wartburg, ein historisches Wahrzeichen, verwandelt sich in einen lebendigen Begegnungsort, der Kultur mit dem städtischen Alltag verbindet.
Hinter diesen Ideen steht der Wunsch, alte Trennlinien aufzulösen. Das Theater will zu einem Resonanzraum werden, in dem Vergangenheit und Gegenwart in Musik, Tanz und spontanen Begegnungen aufeinandertreffen. Das Ziel ist klar: Kunst soll Teil des städtischen Gefüges werden – nicht nur etwas, das in einem Gebäude stattfindet.
Diese Spielzeit macht Wiesbaden zur Bühne und lädt alle ein, mitzumachen. Die Aufführungen finden auf Straßen, öffentlichen Plätzen und an historischen Stätten statt und hinterfragen die gewohnten Rollen von Künstlern und Publikum. Mit diesem neuen Ansatz will das Theater Verbindungen schaffen – zwischen Menschen, zwischen Geschichte und Gegenwart und zwischen der Stadt und ihrer Kultur.






