Willich streicht zwei Kitas – Eltern kämpfen um lokale Betreuungsplätze
Elvira ZiegertWillich streicht zwei Kitas – Eltern kämpfen um lokale Betreuungsplätze
Zwei geplante Kitas in Willich fallen Budgetkürzungen und sinkenden Anmeldezahlen zum Opfer
Wegen knapper Haushaltsmittel und rückläufiger Anmeldungen wurden in Willich zwei geplante Kindertageseinrichtungen gestrichen. Übrig bleibt nur noch ein neues kommunales Projekt – das generationenübergreifende Zentrum Reinershof –, das derzeit noch in der Entwicklung ist. Unterdessen haben Eltern eine Kampagne gestartet, um mehr lokale Betreuungsangebote durchzusetzen.
Ursprünglich hatte die Stadt den Bau zweier neuer Kitas vorgesehen, gab die Vorhaben jedoch angesichts finanzieller Engpässe und geringerer Nachfrage auf. Als einzige verbleibende kommunale Neuerrichtung bleibt das Reinershof-Zentrum, in dem auch die Kita Alperof untergebracht wird. Die Finanzierung folgt einem öffentlich-privaten Partnerschaftsmodell: Willich übernimmt rund 60 Prozent der 20 Millionen Euro (etwa 12 Millionen) aus eigenen Mitteln und Krediten, während der Investor NWB GmbH die restlichen 40 Prozent beisteuert und ab 2025 für 30 Jahre den Betrieb verantwortet.
Eltern der Kita Alperof haben als Reaktion die Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege" ins Leben gerufen. Ihr Ziel: den Stress durch lange Fahrten verringern, die Planbarkeit verbessern und Familien mehr gemeinsame Zeit ermöglichen – bei gleichberechtigtem Zugang zu frühkindlicher Bildung. Am 6. März hatten Elternvertreter:innen und der Förderverein der Kita Alperof einen offenen Brief an Bürgermeister Pakusch geschickt – ohne Antwort zu erhalten.
Nun wird ein zweiter Brief vorbereitet, um die städtischen Angaben zu längeren Kita-Fahrten zu hinterfragen. Zudem hat die Gruppe den Bürgermeister zu einem direkten Gespräch eingeladen, in der Hoffnung, nachhaltige Lösungen für die lokale Kinderbetreuung zu finden.
Mit zwei gestrichenen Projekten bleibt Willichs einzige neue Kita das Reinershof-Zentrum, das teilweise privat finanziert wird. Eltern setzen sich weiterhin für wohnortnahe Betreuung ein und stellen die städtische Herangehensweise an Barrierefreiheit infrage. Der Ausgang ihrer Kampagne und die Gespräche mit dem Bürgermeister werden die künftige Kinderbetreuung in der Region maßgeblich prägen.






