100. Rheinderby: Köln und Gladbach kämpfen um den Klassenerhalt
Das 100. Bundesliga-Rheinderby kommt zu einem entscheidenden Moment für den 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach. Was einst ein Duell der Titelanwärter war, ist heute ein Kampf zweier kämpfender Mannschaften um den Klassenerhalt. Mit nur einem Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz könnte die Spannung für den FC nicht größer sein.
Die Rivalität zwischen den beiden Vereinen formte sich in den 1960er-Jahren unter Gladbachs Trainerlegende Hennes Weisweiler. Was als freundschaftliches Verhältnis begann, wurde zur erbitterten Fehde, als die Fohlen in den frühen Bundesliga-Jahren zur dominierenden Kraft aufstiegen. Unvergessen bleibt Kölns spektakulärer 5:2-Sieg 1975, der den FC dank des besseren Torverhältnisses vor dem amtierenden Meister Gladbach zur Meisterschaft führte. Ein weiterer Schlüsselmoment war 1969, als ein 1:0-Auswärtssieg der Borussen ihren ersten deutschen Meistertitel sicherte.
Doch heute stehen beide Teams vor einer ganz anderen Herausforderung. Der 1. FC Köln hat in der Rückrunde nur zwei Siege geholt und liegt gerade einmal einen Punkt über dem Relegationsplatz. Die Defensive kassierte bereits 44 Tore, während die Offensive in 93 Prozent der Heimspiele traf – in 12 von 13 Partien. Gladbach hingegen hat einen drei-Punkte-Vorsprung, kann sich nach zwei Siegen in den letzten drei Spielen aber keine Niederlage leisten.
Die Geschichte spricht für ein torreiches Spiel: In neun der letzten zehn Aufeinandertreffen trafen beide Teams. Kölns aktuelle Form – sechs Spiele ohne Sieg – macht die Punktejagd noch dringender. Die Borussen, zwar leicht besser positioniert, wissen: Eine Niederlage könnte sie tiefer in die Abstiegszone ziehen.
Dieses Derby geht um weit mehr als lokale Ehre. Ein Sieg könnte für beide Seiten die Abstiegsängste lindern, eine Niederlage den Druck weiter erhöhen. Mit zwei Mannschaften, die verzweifelt auf Punkte aus sind, und einer Tradition voller Tore könnte der Ausgang davon abhängen, welche Abwehr standhält – oder welche zuerst bricht.






