Expressionistisches Meisterwerk bleibt nach NS-Restitution in Wuppertal

Beutekunst: Gemälde bleibt in Wuppertal - Expressionistisches Meisterwerk bleibt nach NS-Restitution in Wuppertal
Ein bedeutendes expressionistisches Gemälde bleibt nach einer Einigung mit den Erben einer von den Nationalsozialisten verfolgten jüdischen Familie im Wuppertaler Von der Heydt-Museum. Das 1914 entstandene Werk Zwei Frauen (Frauen in Grün) von Karl Schmidt-Rottluff wurde der Familie zunächst restituiert, bevor es durch eine gemeinsame Finanzierungsinitiative zurückerworben wurde. Die Vereinbarung sichert den Verbleib des Kunstwerks in der Museumssammlung und trägt gleichzeitig seiner belasteten Geschichte Rechnung.
Das Gemälde gehörte ursprünglich Alfred Hess, einem jüdischen Industriellen, der es 1933 nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in die Schweiz brachte. 1937 schickte seine Witwe Thekla Hess das Werk unter dem Druck der Gestapo-Verfolgung zurück an den Kölner Kunstverein. Der Verein behauptete später, das Gemälde sei während des Krieges verloren gegangen, doch 1947 tauchte es im Wuppertaler Städtischen Museum – dem heutigen Von der Heydt-Museum – wieder auf.
Die Restitution wurde am 16. September 2024 nach der Zustimmung des Wuppertaler Stadtrats zum Vergleich endgültig geregelt. Die Mittel für den Rückkauf stammten von mehreren Institutionen, darunter die Freiherr-von-der-Heydt-Stiftung, die Kulturstiftung der Länder, die Ernst-von-Siemens-Kunststiftung, das Land Nordrhein-Westfalen und die Kunststiftung NRW. Christine Regus, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, betonte die Bedeutung der Aufarbeitung der Hintergründe solcher Kunstwerke. Dies ist die zweite bedeutende Restitution an die Hess-Erben in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr. Bereits 2006 war Ernst Ludwig Kirchners Berliner Straßenbild an die Familie zurückgegeben worden, nachdem es in der NS-Zeit entzogen worden war.
Die Einigung ermöglicht es, Zwei Frauen (Frauen in Grün) in Wuppertal zu behalten und gleichzeitig seine Vergangenheit anzuerkennen. Am Rückkauf beteiligten sich mehrere Kultur- und Regierungseinrichtungen, um die öffentliche Zugänglichkeit des Gemäldes zu gewährleisten. Der Fall steht im Kontext der laufenden Bemühungen, historische Ungerechtigkeiten im Bereich der Kunstrestitution aufzuarbeiten.

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