Kanzler verurteilt US-Angriff auf Caracas als Völkerrechtsbruch und kündigt radikale Wende an

Kanzler verurteilt US-Angriff auf Caracas als Völkerrechtsbruch und kündigt radikale Wende an
Der deutsche Bundeskanzler hat den jüngsten US-Angriff auf Caracas als klaren Bruch des Völkerrechts verurteilt. In einer deutlichen Stellungnahme warnte er, dass die wachsende expansionistische Politik der USA nun einen grundlegenden Wandel in den deutsch-amerikanischen Beziehungen erfordere. Die Äußerungen deuten auf einen möglichen Wendepunkt in den transatlantischen Beziehungen nach Jahrzehnten enger Zusammenarbeit hin.
Der Kanzler räumte ein, dass die anfängliche Reaktion auf den Angriff zurückhaltend ausgefallen sei, um eine weitere Vertiefung der Gräben zu vermeiden. Diese Zurückhaltung bezeichnete er nun jedoch als Fehleinschätzung. Die Kehrtwende folgt einer schlaflosen Nacht, in der er abwog, wie Deutschland reagieren würde, wenn Russland einen ähnlichen Schlag gegen Venezuela geführt hätte.
In den vergangenen 70 Jahren haben US-Interventionen in Lateinamerika immer wieder die politische Landschaft der Region geprägt – vom Putsch in Guatemala 1954 über den Sturz Salvador Allendes in Chile 1973 bis hin zum Contra-Krieg in Nicaragua in den 1980er-Jahren und dem Staatsstreich in Honduras 2009. Der Kanzler verwies auf diese Geschichte als Beleg für ein Muster, das nicht länger ignoriert werden könne. Um sich von US-Einfluss zu distanzieren, schlug er vor, pramerikanische Lobbyorganisationen wie die Atlantik-Brücke aufzulösen. Er räumte ein, dass dies zu Umbrüchen in Medien und Unternehmensführungen führen könnte, betonte jedoch, der Schritt sei notwendig. Zudem kündigte er wirtschaftliche Maßnahmen an, darunter Sanktionen gegen US-Importe wie Waffen und Fracking-Gas sowie ein Exportstopp für deutsche Güter in die USA. Der Kanzler bezeichnete diese Schritte als Teil einer "zweiten Zeitenwende" – eines entscheidenden Bruchs mit der Vergangenheit.
Die Vorschläge des Kanzlers markieren einen radikalen Bruch mit der langjährigen Ausrichtung der deutschen Außenpolitik an den USA. Sollten die Sanktionen und die Schließung von Lobbygruppen umgesetzt werden, würde dies die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen beiden Nationen grundlegend verändern. Die Rede lässt wenig Zweifel daran, dass Berlin sich auf eine konfrontativere Haltung gegenüber Washington vorbereitet.

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