"Schmerzhaftes Thema": Viele Kindergarten-Pädagogen beobachten unangemessenes Verhalten von Kollegen gegenüber Kindern - aber eingreifen nicht

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Ein Baby unter einer Babyschaukel mit einem Warnaufkleber auf der linken Seite der Schaukel.

"Schmerzhaftes Thema": Viele Kindergarten-Pädagogen beobachten unangemessenes Verhalten von Kollegen gegenüber Kindern - aber eingreifen nicht

„Ein schmerzhaftes Thema“: Viele Kita-Fachkräfte beobachten unangemessenes Verhalten von Kollegen gegenüber Kindern – greifen aber nicht ein

GÜTERSLOH. Unangemessenes Verhalten von Mitarbeitenden gegenüber Kindern wird in Kindertageseinrichtungen offenbar weit häufiger beobachtet, als in der Öffentlichkeit bekannt ist.

Fachverbände von Kita-Trägern in fünf Bundesländern fordern dringend Reformen, um Kinder in der frühen Bildung besser zu schützen. Anlass sind die Ergebnisse einer Umfrage, die auf weitverbreitete Bedenken hinweist: unklare Standards, problematisches Verhalten und die Zurückhaltung von Fachkräften, einzugreifen, wenn Kinder gefährdet erscheinen. Die Verbände betonen, dass Kindeswohl und hochwertige Betreuung ohne Kompromisse Vorrang haben müssen.

Eine aktuelle Erhebung deckt tiefsitzende Probleme in Kitas auf. Fast keine Einrichtung verfügt über ein gemeinsames Verständnis davon, was als angemessenes Verhalten gegenüber Kindern gilt. Nur 40,2 Prozent der Befragten gaben an, nie oder fast nie fragwürdiges Handeln am Arbeitsplatz zu beobachten.

Mehr als ein Viertel der Erzieher:innen und Leitungen sieht regelmäßig Situationen, in denen sie eingreifen müssten, um ein Kind vor dem Verhalten einer Kollegin oder eines Kollegen zu schützen. Doch viele zögern – aus Rücksicht auf das Teamklima oder wegen Unsicherheit. Lediglich 27 Prozent beschreiben die Kommunikation in ihrem Team als respektvoll, wertschätzend und tolerant. Die emotionale Belastung ist groß: Fast 70 Prozent der Befragten fühlen sich stark oder etwas belastet, wenn sie mit Fällen konfrontiert sind, in denen Kinder Schutz brauchen. Mehr als ein Drittel gibt an, schwer unter dem Fehlen klarer Verhaltensrichtlinien zu leiden. Fast die Hälfte erhält kein regelmäßiges Feedback zur eigenen pädagogischen Arbeit – sie bleiben ohne Unterstützung oder Orientierung.

Als Reaktion darauf drängen die Fachverbände aus Berlin, Brandenburg, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen auf strukturelle Veränderungen. Zu den geforderten Reformen gehören bessere Personalschlüssel, verbindliche Zeiten für Fachberatung sowie nachhaltige Investitionen in Fortbildungen und Qualifizierungen.

Die Umfrage zeigt: In Kitas besteht dringender Bedarf an klareren Standards und stärkeren Unterstützungssystemen. Ohne Reformen bleiben Fachkräfte weiter mit Unsicherheit, emotionalem Stress und Hindernissen konfrontiert, wenn es darum geht, gefährdete Kinder zu schützen. Der Appell der Verbände erhöht nun den Druck auf die Politik, diese systemischen Lücken endlich zu schließen.

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