Streit um 63-Euro-Deckel: Soll das Deutschlandticket teurer werden?
Elvira ZiegertStreit um 63-Euro-Deckel: Soll das Deutschlandticket teurer werden?
Der Druck wächst, den Preis des beliebten 49-Euro-Deutschlandtickets bei 63 Euro einzufrieren. Verkehrsminister und Fahrgastverbände wehren sich gegen die geplante inflationsbedingte Erhöhung für die Jahre 2027 und 2028. Sie argumentieren, dass höhere Kosten die Haushalte inmitten der anhaltenden Energiekrise zusätzlich belasten würden.
Detlef Neuß, Ehrenvorsitzender des Fahrgastrechteverbandes Pro Bahn, schlug vor, die Preiserhöhung für zwei Jahre auszusetzen. Die dafür benötigten Mittel lägen seiner Meinung nach weit unter den 1,6 Milliarden Euro, die zuvor für den Tankrabatt aufgewendet wurden. Neuß' Vorschlag folgt auf Warnungen von Petra Berg, Verkehrsministerin des Saarlandes, die auf steigende Ausgaben im ÖPNV hinwies.
Auch Oliver Krischer, Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen, lehnt die Preiserhöhung ab. Er ist überzeugt, dass ein stabiler Ticketpreis ein klares Signal der Unterstützung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten senden würde. Krischer ging noch einen Schritt weiter und schlug vor, Kinder und Jugendliche kostenlos fahren zu lassen, um Familien finanziell zu entlasten.
Berg hingegen warnte davor, Subventionen für Benzin Vorrang vor Investitionen in Busse und Bahnen einzuräumen. Sie betonte, dass eine Kürzung im ÖPNV bei gleichzeitiger Förderung von Kraftstoffen die Mobilitätsprobleme vieler Menschen verschärfen würde.
Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, wie Bezahlbarkeit und finanzielle Spielräume in Einklang zu bringen sind. Sollte der Preisstopp umgesetzt werden, bliebe das Deutschlandticket zwei weitere Jahre bei 63 Euro. Die Entscheidung hängt davon ab, ob Bund und Länder bereit sind, bestehende Mittel umzuschichten.






