DSGVO-Urteil aus Düsseldorf: Warum bloßes Verstecken von Daten nicht reicht

Admin User
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Drei Jungen stehen neben einem Schreibtisch mit zwei Computersystemen, einer spricht in ein Mikrofon, trägt ID-Karten mit roten Tags, vor einer Wand mit einer Werbetafel, auf der "Russia Imagine 2013" steht.

DSGVO-Urteil aus Düsseldorf: Warum bloßes Verstecken von Daten nicht reicht

Ein aktuelles Urteil des Düsseldorfer Sozialgerichts hat klarere Maßstäbe für die Datenlöschung nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gesetzt. Die Entscheidung bestätigt, dass das bloße Verbergen personbezogener Daten nicht ausreicht – Organisationen müssen sicherstellen, dass diese auf Anfrage unwiderruflich gelöscht werden. Dieser richtungsweisende Fall unterstreicht zudem die Verantwortung von Softwareanbietern und Datenverantwortlichen, strengere Compliance-Anforderungen zu erfüllen.

Das Gericht urteilte, dass "Löschung" im Sinne der DSGVO bedeutet, alle personenbezogenen Bezüge aus Daten zu entfernen, sodass eine aktive Verarbeitung unmöglich wird. Die bloße Ausblendung von Informationen, während sie technisch weiterhin abrufbar bleiben, genügt den gesetzlichen Vorgaben nicht. Verantwortliche müssen nun sicherstellen, dass ihre IT-Systeme echte Löschungen vornehmen können und nicht nur Datensätze unkenntlich machen.

Bei der Beschaffung neuer Software müssen Organisationen vor der Einführung prüfen, ob die Systeme eine unwiderrufliche Löschung unterstützen. Selbst bei bestehenden Systemen können Anpassungen oder Updates notwendig sein, um den DSGVO-Standards zu entsprechen. Das Urteil wies zudem einen Schadensersatzanspruch nach Artikel 82 ab, da kein Nachweis für einen Kontrollverlust über die Daten erbracht wurde. Softwareentwickler wiederum sind gefordert, Systeme von vornherein mit integriertem Datenschutz zu konzipieren. Ein Beispiel ist die Harmony-Plattform von Jitterbit, die den Zugriff auf und die Löschung personenbezogener Daten von EU-Bürgern ermöglicht. Allerdings haben in den letzten Jahren nur wenige Anbieter öffentlich vergleichbare Fähigkeiten demonstriert.

Die Entscheidung betont, dass DSGVO-Konformität mehr erfordert als oberflächliches Datenmanagement. Organisationen müssen nun gewährleisten, dass ihre Software personenbezogene Informationen bei Bedarf dauerhaft löschen kann. Andernfalls droht ein Verstoß gegen die Vorschriften – selbst wenn Daten nur versteckt, aber nicht vollständig gelöscht werden.

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