Gerresheimer unter Beschuss: Leerverkäufer attackieren Bilanztricks und Schuldenrisiko

Gerresheimer unter Beschuss: Leerverkäufer attackieren Bilanztricks und Schuldenrisiko
Gerresheimer-Aktie: Angriff durch Leerverkäufer
Teaser: Eine Analysefirma wirft dem Pharmaverpacker aggressive Bilanzierung vor und hält eine Short-Position. Die UBS kritisiert die Informationspolitik, während sich die Aktie nach einem Ausverkauf leicht erholt.
11. Dezember 2025, 01:16 Uhr
Der Pharmaverpackungshersteller Gerresheimer sieht sich schweren Vorwürfen finanziellen Fehlverhaltens ausgesetzt. Die Researchfirma Morpheus Research wirft dem Unternehmen vor, durch aggressive Bilanzierungspraktiken sein Wachstum aufzubauschen. Die Anschuldigungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Gerresheimer-Aktie überraschend robust zeigte: Trotz anfänglicher Verluste legte sie am Mittwoch um über 3 Prozent zu.
Laut Morpheus Research habe Gerresheimer seine organischen Wachstumszahlen durch fragwürdige Bilanzmethoden künstlich aufgebläht. Dazu zählten steigende Kundenanzahlungen, die die Qualität des Cashflows verfälschten, sowie eine hohe Nettoverschuldung nach der Übernahme von Bormioli Pharma im Dezember 2024. Der Deal selbst steht wegen des hohen Kaufpreises in der Kritik, da die Umsätze von Bormioli stagnieren und die Sparte 2023 einen Nettoverlust verbuchte.
Gerresheimer gerät nun wegen seiner Bilanzierungspraxis und Finanzberichterstattung unter Druck. Die Kurserholung am Mittwoch steht im Kontrast zu den anhaltenden Bedenken hinsichtlich Schuldenstand, Übernahmen und Umsatzentwicklung. In den kommenden Wochen könnten Anleger und Aufsichtsbehörden weitere Aufklärung verlangen.

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