Solarverband fordert Reform der Netzanbindung – „Wirtschaftswachstum in Gefahr“

Solarverband fordert Reform der Netzanbindung – „Wirtschaftswachstum in Gefahr“
Ein führender Vertreter der deutschen Solarbranche hat die aktuellen Regeln für Netzanbindungen scharf kritisiert. Philipp Birnbaum vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar) argumentiert, dass das bestehende System Erzeuger erneuerbarer Energien ungerechtfertigt begünstige. Er warnte, dass dies Unternehmen schaden und in Schlüsselbranchen Arbeitsplätze kosten könnte.
Eon, einer der größten Netzbetreiber Deutschlands, hat bereits 70 Prozent der Onshore-Windkraftanlagen und die Hälfte der Solaranlagen des Landes ans Netz angeschlossen. Nach geltendem Recht erhalten Projekte für erneuerbare Energien vorrangigen Zugang zum Stromnetz. Doch Birnbaum hält diesen Ansatz angesichts des bereits hohen Anteils erneuerbarer Energien im System für nicht mehr gerechtfertigt.
In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung forderte er eine Kehrtwende in der Politik. Die Bundesregierung solle die Anschlussregeln überarbeiten, damit die Schaffung von Arbeitsplätzen Vorrang erhält. Ohne Reformen drohten mittelständischen Unternehmen, Industrieparks und Rechenzentren Engpässe bei der Netzverfügbarkeit, so Birnbaum. Zudem schlug er vor, die Förderung für neue Solaranlagen zu streichen. Das aktuelle System gefährde das Wirtschaftswachstum, indem es Unternehmen zugunsten erneuerbarer Projekte zurücksetze, warnte er.
Die Debatte zeigt die Spannungen zwischen dem Ausbau erneuerbarer Energien und den Bedürfnissen der Industrie in Deutschland. Bleiben die Regeln unverändert, könnte es für Unternehmen schwieriger werden, ausreichend Netzkapazitäten zu sichern. Die Bundesregierung hat auf Birnbaums Forderungen nach einer Reform bisher noch nicht reagiert.

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