Björn Höcke spricht im Dortmunder Rathaus – trotz massiver Proteste und juristischer Kämpfe

Adalbert Biggen
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Eine Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße in Berlin, hält Schilder und Banner hoch und fährt mit Fahrrädern, vor einem Gebäude mit Bögen, Säulen, Skulpturen und Bäumen.Adalbert Biggen

Björn Höcke spricht im Dortmunder Rathaus – trotz massiver Proteste und juristischer Kämpfe

Am 22. Februar 2026 fand in Dortmunder Rathaus eine rechtsextreme Veranstaltung mit Björn Höcke statt – trotz massiven Widerstands lokaler Politiker. Die AfD-Fraktion Dortmund hatte den Neujahrsempfang organisiert, 280 Gäste eingeladen und kurzfristig vor Gericht einen Erfolg errungen, um die Durchführung zu erzwingen. Draußen versammelten sich unterdessen über 3.000 Demonstranten, angeführt von linksgerichteten Gruppen und dem Dortmunder Oberbürgermeister.

Der Streit begann, als die AfD-Fraktion unter Führung von Heiner Garbe Höcke als Redner zum Thema Kommunalpolitik einlud. Oberbürgermeister Alexander Kalouti entzog zunächst die Genehmigung für die Veranstaltung, nachdem Höckes Beteiligung bekannt geworden war. Die AfD reagierte mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, das zu ihren Gunsten entschied. Ein über das Wochenende eingereichter Widerspruch der Stadt beim Oberverwaltungsgericht Münster blieb ohne Antwort – die Veranstaltung konnte stattfinden.

Am Tag selbst betrat Höcke das Rathaus ungehindert durch die Tiefgarage. Im Inneren folgten rund 280 Gäste seiner Rede, während sich draußen eine weitaus größere Menschenmenge bildete. Protestierende, organisiert von den Jusos, den Grünen und der Linksjugend, füllten den Friedensplatz vor dem Gebäude. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf über 3.300 – deutlich mehr als die von den Organisatoren erwarteten 600.

Oberbürgermeister Kalouti schloss sich den Gegenprotesten an und betonte, Höcke nicht im Rathaus haben zu wollen. Seine Teilnahme stieß auf Kritik von Volkan Baran, SPD-Landtagsabgeordneter, der dem Oberbürgermeister vorwarf, zu spät gehandelt zu haben. Michelle Gnatzy von den Jusos bezeichnete die Demonstration als Widerstand gegen "Feinde der Demokratie", die öffentliche Räume für rechtsextreme Versammlungen nutzen würden.

Die Veranstaltung fand unter rechtlichem Schutz statt, während Höcke im Rathaus zu seinen Anhängern sprach. Die Proteste draußen entwickelten sich zu einer der größten Kundgebungen gegen Rechtsextremismus in der jüngeren Dortmunder Geschichte. Die gescheiterte Blockade der Veranstaltung wirft nun Fragen auf, wie künftig mit der Nutzung städtischer Gebäude für politisch umstrittene Zusammenkünfte umgegangen werden soll.

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