Rechtsextreme Gruppe Combat 18: Verfahren gegen mutmaßliche Rädelsführer vorläufig eingestellt

Jolanta Meyer
Jolanta Meyer
2 Min.
Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude auf dem Boden, hält Schilder hoch, mit einer Fahne und einem Apfel auf der Straße, und eine Frau steht rechts daneben und sieht besorgt aus.Jolanta Meyer

Prozess gegen rechtsextremistische Gruppe Combat 18 in Dortmund vorerst ausgesetzt - Rechtsextreme Gruppe Combat 18: Verfahren gegen mutmaßliche Rädelsführer vorläufig eingestellt

Ein deutsches Gericht hat das Verfahren gegen vier mutmaßliche Rädelsführer der verbotenen rechtsextremen Gruppe Combat 18 Deutschland vorläufig ausgesetzt. Die Männer, die 2022 im Rahmen einer bundesweiten Razzia festgenommen worden waren, können nun mit einer bedingten Einstellung des Verfahrens rechnen – vorausgesetzt, sie erfüllen bestimmte finanzielle Auflagen.

Die Entscheidung fällt nach Vorwürfen der Staatsanwaltschaft, wonach die Angeklagten das extremistische Netzwerk trotz des offiziellen Verbots im Jahr 2020 mindestens bis zum Frühjahr 2022 weitergeführt haben sollen.

Die vier Beschuldigten gehörten zu 17 mutmaßlichen Mitgliedern, die im April 2022 in Gewahrsam genommen wurden, als die Polizei Eigenschaften durchsuchte, die mit neonazistischen Strukturen in Verbindung standen. Die Behörden hatten Combat 18 Deutschland bereits 2020 verboten, mit der Begründung, die Gruppe richte sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung und pflege enge Verbindungen zur NS-Ideologie.

Laut Anklage übernahm einer der Beschuldigten die Führung der Organisation, arrangierte mindestens 14 geheime Treffen und leitete Einweihungsrituale für neue Mitglieder. Zwei weitere sollen bei der Planung und Koordination dieser Zeremonien geholfen haben. Ein vierter Mann wird beschuldigt, rechtsextreme Rockkonzerte organisiert und Merchandise-Artikel – darunter Tonträger und Kleidung mit Symbolen der Gruppe – vertrieben zu haben.

Das Landgericht Dortmund entschied sich für die vorläufige Aussetzung und verwies auf die lange Verfahrensdauer sowie die Wahrscheinlichkeit, dass eher Geldstrafen als härtere Urteile verhängt werden würden. Jeder der Angeklagten muss nun bis Mitte August 500 Euro an eine Kinderhilfsorganisation zahlen. Bei fristgerechter Zahlung wird das Verfahren endgültig eingestellt.

Trotz des Verbots 2020 setzten die Aktivitäten der Gruppe im Untergrund fort, so die Staatsanwaltschaft, die den Angeklagten vorwirft, Struktur und Zusammenhalt der Organisation aufrechterhalten zu haben. Die bundesweiten Razzien 2022 richteten sich nicht nur gegen die vier mutmaßlichen Rädelsführer, sondern auch gegen 13 weitere Verdächtige, die demselben extremistischen Netzwerk zugeordnet werden.

Die Aussetzung des Verfahrens hängt davon ab, ob die Angeklagten ihre finanzielle Verpflichtung in den kommenden Wochen erfüllen. Bei rechtzeitiger Zahlung bis zum Stichtag werden alle Anklagepunkte ohne weitere rechtliche Konsequenzen fallengelassen. Der Fall steht für einen weiteren Schritt in den anhaltenden Bemühungen Deutschlands, rechtsextreme Netzwerke zu zerschlagen, die außerhalb der Legalität operieren.

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