NRW kämpft mit neuer Plattform gegen wachsenden Antisemitismus an Schulen

Andree Trubin
Andree Trubin
2 Min.
Ein Klassenzimmer in Nigeria mit Schülern, die Gesichtsmasken tragen und auf Bänken sitzen oder stehen, mit Büchern und Gegenständen auf den Tischen, Fenstern, einer Tür und Deckenleuchten und Ventilatoren im Hintergrund.Andree Trubin

Lehrer sollten entschiedener gegen Antisemitismus in Schulen vorgehen - NRW kämpft mit neuer Plattform gegen wachsenden Antisemitismus an Schulen

Antisemitische Vorfälle an Schulen in Nordrhein-Westfalen nehmen dramatisch zu

In den vergangenen Jahren haben antisemitische Vorfälle an Schulen in Nordrhein-Westfalen stark zugenommen – ein alarmierendes Signal für Lehrkräfte und jüdische Gemeinden. Als Reaktion darauf hat das Land nun die digitale Plattform Amudim eingeführt, die Lehrer:innen dabei unterstützen soll, Antisemitismus in Klassenzimmern und auf Schulhöfen zu erkennen und zu bekämpfen. Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem feindselige Handlungen gegen Jüd:innen und Israel weiter ansteigen: Allein 2024 wurden 940 Vorfälle dokumentiert – im Schnitt 18 pro Woche.

Besonders deutlich wurde der Anstieg antisemitischer Übergriffe seit dem Hamas-Angriff auf Israel im Oktober 2023. Seither berichten jüdische Eltern und Schüler:innen vermehrt von Belästigungen und fordern bessere Schutzmaßnahmen an Schulen. Zwar liegen keine genauen Vergleichszahlen zu anderen Bundesländern vor, doch Bildungministerin Dorothee Feller räumte am 25. Februar 2026 ein, dass antisemitisches Verhalten sowohl in der Gesellschaft als auch im schulischen Umfeld generell zugenommen habe.

Die Plattform Amudim, die in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf und der Antisemitismus-Beratungsstelle Sabra entwickelt wurde, stellt Lehrer:innen praktische Hilfsmittel zur Verfügung. Dazu gehören prägnante Texte, visuelle Materialien und Erklärungen, die dabei helfen, subtile Formen von Antisemitismus zu identifizieren – etwa verschlüsselte Sprache, Klischees oder "Witze", die oft übersehen oder verharmlost werden. Zudem gibt die Plattform Orientierung, wie die Schwere von Vorfällen eingeschätzt werden kann, um zu entscheiden, ob polizeiliche oder rechtliche Schritte notwendig sind.

Über Amudim hinaus hat das Land weitere Maßnahmen ergriffen, darunter Online-Seminare, Webinare und Schulprojekte, die sich mit jüdischem Leben und Konfliktlösung befassen. Ziel ist es, Lehrer:innen darin zu schulen, antisemitische Rhetorik zu entschlüsseln, ihre historischen Wurzeln zu verstehen und angemessen auf moderne Hassäußerungen zu reagieren.

Der Anstieg gemeldeter antisemitischer Vorfälle um 42 Prozent im Jahr 2024 unterstreicht die Dringlichkeit dieser Schritte. Schulen verfügen nun über strukturierte Ressourcen, um Feindseligkeiten zu begegnen – von Aufklärung im Unterricht bis zur Meldung schwerwiegender Fälle. Der Ansatz des Landes kombiniert digitale Fortbildungen mit umfassenden Bildungsprogrammen, um sicherzustellen, dass Lehrer:innen selbstbewusst handeln können, wenn Antisemitismus auftaucht.

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