"Deutschland selbst ist das Problem" – Warum Autobauer das Land verlassen

Elvira Ziegert
Elvira Ziegert
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Ein Mercedes-Benz-Werk in Deutschland mit Fahrzeugen auf der Straße, umgeben von Gras, Pflanzen, Bäumen, Gebäuden und Pfählen, von denen einer ein Logo trägt, unter einem bewölkten Himmel.Elvira Ziegert

"Deutschland selbst ist das Problem" – Warum Autobauer das Land verlassen

Deutsche Autobauer haben in den letzten Jahren einen Großteil ihrer Produktion ins Ausland verlagert. Zwischen 2021 und 2026 bauten Marken wie Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz Werke in Osteuropa und Mexiko aus, während sie ihre Aktivitäten in China zurückfuhren. Nun behauptet ein Branchenexperte, das eigentliche Hindernis für ihren Erfolg sei Deutschland selbst.

Ferdinand Dudenhöffer, ein renommierter Automobilanalyst, kritisierte die sinkende Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im Fahrzeugbau. In einem Interview mit der Mediengruppe Bayern sagte er unumwunden: "Das größte Problem für unsere heimischen Konzerne ist Deutschland selbst." Als zentrale Belastungsfaktoren nannte er hohe Kosten, überzogene Sozialausgaben und nicht mehr tragbare Energiepreise, die der Branche zusetzen.

Dudenhöffer malte jedoch kein Szenario des Zusammenbruchs. Die Krisen des vergangenen Jahres bezeichnete er als "einen extrem schlechten Ausreißer", betonte aber, dass die deutschen Unternehmen überleben würden – nur eben nicht im Inland. "Sie werden sich durchsetzen – aber sie müssen es im Ausland tun", argumentierte er.

Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der große Hersteller neue Fabriken außerhalb Deutschlands eröffnen. Volkswagen nahm 2024 ein Werk in Székesfehérvár (Ungarn) in Betrieb, während BMW im Vorjahr seinen Standort in San Luis Potosí (Mexiko) erweiterte. Beide Schritte spiegeln einen größeren Trend wider: Nahverlagerung – also die Verlegung der Produktion näher an wichtige Absatzmärkte, um gleichzeitig die mit China verbundenen Risiken zu umgehen.

Dudenhöffer warf Politikern zudem vor, untätig zu bleiben. Statt echter Lösungen biete man "leere Rhetorik" über den Schutz der deutschen Industriebasis, so seine Kritik. Die hohen Lohnnebenkosten und ineffizienten Strukturen im Land machten die heimische Produktion im globalen Wettbewerb schlicht unhaltbar, erklärte er.

Die Verlagerung ins Ausland hat bereits begonnen – mit neuen Werken in Ungarn und Mexiko, die bereits in Betrieb sind. Dudenhöffers Warnungen unterstreichen die tiefgreifenden Herausforderungen für Deutschlands Autoindustrie, von den Energiepreisen bis zu den Arbeitskosten. Ohne Kurswechsel, so seine Andeutung, könnten selbst traditionsreiche Marken ihre Produktion weiter ins Ausland verlagern.

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